Tranquil autumn scene showcasing a vibrant forest reflecting on a calm lake.

Hören passiert. Zuhören ist eine Entscheidung

Wir reden viel miteinander und trotzdem fühlen wir uns erstaunlich oft nicht verstanden. Vielleicht weil uns jemand zwar hört – aber nicht wirklich zuhört?

Während jemand spricht, sind wir schon in Gedanken bei unserer Antwort. Wir wollen erklären, beruhigen, eine Lösung präsentieren oder von eigenen Erfahrungen berichten. Das ist in der Regel gut gemeint. Aber manchmal braucht die andere Person keine Lösung, sondern erst einmal das Gefühl, wirklich gehört zu werden.

Zuhören heißt, nicht immer gleich zu reagieren

Zuhören bedeutet nicht nur, still zu sein, während jemand spricht. Es heißt auch, für einen Moment wirklich bei der Person zu sein. Nicht gleich zu reagieren, sondern erst einmal zu verstehen. Vielleicht nachzufragen. Vielleicht auch einen Moment der Stille auszuhalten.

Das klingt einfach – ist es aber nicht.

Besonders schwer wird es im Konflikt

Wenn wir uns kritisiert, missverstanden oder nicht gesehen fühlen, gehen wir automatisch in den Verteidigungsmodus und die innere Stimme meldet sich sofort:

„Das stimmt doch gar nicht. So war das nicht. Ich muss das richtigstellen.“

Und plötzlich hören wir nicht mehr, um zu verstehen, sondern um zu antworten. Wenn das auf beiden Seiten passiert, reden zwei Menschen miteinander, erreichen sich aber trotzdem nicht.

Zuhören heißt nicht zustimmen

Eine einfache Frage kann viel verändern: „Habe ich Dich richtig verstanden, dass….?“ Damit gebe ich der anderen Person nicht automatisch recht. Ich muss deren Sichtweise nicht übernehmen. Aber ich gebe ihr Raum.

Vielleicht ist das auch genau die Kunst des Zuhörens: den anderen verstehen zu wollen, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

Im Englischen wird dieser Unterschied sogar sprachlich deutlich: to listen und to hear. Hear beschreibt eher das Wahrnehmen, listen das Zuhören.

Genau darin liegt der Unterschied: Hören passiert. Zuhören braucht Aufmerksamkeit. Und manchmal auch die Entscheidung, mit der eigenen Antwort noch einen Moment hinter dem Berg zu halten.

WOMAN become yourself Impuls

Beobachte Deine inneren Antwortreflexe: Wie reagierst Du in einem Gespräch? Bist Du sofort mit einem guten Rat dabei oder sofort mit einem Beispiel, wie das bei Dir war?

Versuch mal etwas Neues: Frage bewusst nach, bevor Du direkt antwortest: „Habe ich das richtig verstanden, dass….?“ Oder „Was hat das mir Dir gemacht…?“

Merkst Du eine Veränderung im Gespräch?