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Es ist nie genug – egal was du erreichst?

Kennst Du diese leise, aber hartnäckige Stimme, die dir ins Ohr flüstert: „Ich bin nicht genug. Nicht gut genug. Nicht schön genug. Nicht erfolgreich genug….Irgendetwas fehlt immer. Und während wir an uns zweifeln, scheinen alle anderen mühelos genau das zu sein, was wir gern wären.

Hast du dich mal gefragt, woher dieses Gefühl eigentlich kommt?

Die menschliche Entwicklung basiert in hohem Maße auf Nachahmung (Imitation) und Vergleich. Während Nachahmung das „Wie“ (das Erlernen von Handlungen) bestimmt, hilft der Vergleich dem Menschen zu entscheiden, „welches“ Verhalten in der eigenen sozialen Umgebung angemessen oder erstrebenswert ist. Zusammen bilden sie das Fundament unserer sozialen und kognitiven Entwicklung.

Unser Gehirn ist für diese Entwicklung darauf programmiert, Unterschiede zu erkennen und zu bewerten. Damit führt uns unsere Stimme automatisch in einen inneren Wettbewerb und vergleicht dabei – so hätte meine Mutter es ausgedrückt – „Äppel mit Birnen“. Wir vergleichen nicht Gleiches mit Gleichem, sondern unser Innenbild mit all unseren Unsicherheiten und vermeintlichen Schwächen, die keiner besser kennt als wir, mit dem Außenbild anderer. Wir sehen insbesondere in den sozialen Medien das „Genug“ der anderen – übersehen dabei aber unser eigenes. Was du dabei nicht siehst: niemand ist perfekt – Zweifel und Unsicherheiten hat jeder, nur bringen die in der Regel nicht so viele Likes.

Wann wärst du aus deiner Sicht genug?

Wenn du mehr verdienst? Endlich fünf Kilo abgenommen hast oder der neue Sportwagen in der Garage steht? Aber hast du schon mal bemerkt, was passiert, wenn du dein selbstgesetztes Ziel erreicht hast? Eine gute Freundin von mir bekam endlich den langersehnten Job als Abteilungsleiterin. Sie freute sich kurz und hatte endlich das Gefühl, erfolgreich genug zu sein! Dann kamen neue Gedanken: „Eigentlich muss ich mich erst noch beweisen, ob ich tatsächlich gut genug für diesen Job bin. Andere sind bestimmt besser als ich.“ Das Gefühl von „nicht gut genug zu sein“ war also nicht verschwunden, sondern hatte sich nur verschoben.

Das zeigt, dass dieses Mangel-Gefühl meistens nichts mit dem „Außen“ zu tun hat, sondern aus unserem Inneren nach oben gespült wird. Die Wurzel liegt dabei regelmäßig in unseren Glaubenssätzen wie z.B. „ich werde nicht gesehen“ oder „ich muss alles perfekt machen“. Unabhängig was im Außen passiert, bleibt der innere Filter bei uns also gleich.

„Genug zu sein“ ist damit kein Ziel, das du erreichst, wenn etwas im Außen passiert. Entscheidend ist, bewusst den Moment zu erkennen, wenn du zweifelst, dich wieder vergleichst und dabei nicht an dich glaubst. Dann kannst du den alten Selbstzweifler wie einen guten Freund begrüßen („Ah, da bist Du ja wieder…!“). Aber denk dran, du musst dem Gedanken nicht bedingungslos folgen. Du hast die Wahl und kannst Dir auch genauso gut sagen: „Ich bin schon gut genug – auch wenn ich mich gerade nicht so fühle!“

WOMAN become yourself Impuls:

Frag dich am Morgen

„Wie würde ich heute auftreten, wenn ich mich nicht beweisen müsste?

Mini-Intention:

• Ruhiger sprechen

• Nicht sofort an dir zweifeln

• Dich zeigen, auch wenn du unsicher bist

Frag dich am Abend

„Wo habe ich mich heute gezeigt, obwohl es sich zunächst unangenehm angefühlt hat und wie geht es mir jetzt damit?“