Close-up of a ladybird on nettle leaves in Freiburg, Germany.

Warum der Anfang selten magisch ist und warum das auch ok ist

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – dieser Satz aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse verspricht Hoffnung, Aufbruch, Leichtigkeit und vielleicht auch ein wenig Neugier. Doch wenn wir ehrlich sind, fühlt sich ein Anfang oft ganz anders an: schwer, zäh, überfordernd – statt Zauber fühlen wir Widerstand.

Warum ist das so?

Ein Grund liegt in unserem eigenen Anspruch. Wir wollen perfekt starten – alles muss passen und wir denken dann auch gleich ganz groß: Das ganze Haus soll in diesem Sommer möglichst ausgemistet, einige Räume neu gestrichen und gleichzeitig dieser widerspenstige Garten in den Griff bekommen werden… Und genau dieser Anspruch lähmt uns. Das Projekt erscheint zu groß und nicht umsetzbar. Also verschieben wir es auf Morgen, Übermorgen oder vielleicht auch nächste Woche. Oder lieber gleich auf irgendwann.

Hinzu kommt die Angst vor dem Scheitern. Ein Anfang bedeutet auch immer Unsicherheit. Was, wenn ich es nicht durchziehe? Was, wenn ich es nicht schaffe? Also beginnen wir lieber gar nicht erst – das fühlt sich auf jeden Fall kurzfristig sicherer an.

Theorie der kleinen Schritte

Die Lösung ist überraschend simpel. Wir müssen nicht alles auf einmal schaffen. Nicht den ganzen Keller auf einmal aufräumen oder alle Beete an einem Tag vom Unkraut befreien. Es reicht, heute mit etwas Kleinem zu beginnen, den ersten Schritt zu gehen. Sortiere die Schuhe im Keller aus. Nur ein Regal oder nur eine Kiste. Starte vielleicht erstmal nur mit 30 Minuten.

Klingt banal? Ist es auch – und genau deshalb funktioniert es. Kleine Schritte nehmen den Druck. Sie machen den Anfang machbar und oft passiert etwas Unerwartetes: Sobald wir einmal angefangen haben, fällt es leichter weiterzumachen. Der Widerstand schrumpft. Anfangen ist also nicht schwer, weil wir unfähig sind. Es ist schwer, weil wir es uns zu groß vorstellen.

Vielleicht liegt der „Zauber“ gar nicht im Anfang selbst, sondern darin, dass wir ihn trotzdem wagen?

WOMAN become yourself Impulse:

Womit wolltest Du schon lange mal anfangen?

Gehe in dieser Woche den ersten kleinen Schritt und schau, was passiert.