Was Künstliche Intelligenz und People Pleasing gemeinsam haben
Inzwischen arbeiten wir in den unterschiedlichsten Bereichen fast täglich mit Künstlicher Intelligenz. Auch wenn die Nutzung von KI ein ganzes Bündel von Fragen aufwirft wie z.B. im Zusammenhang mit dem Schutz sensibler Daten oder der Haftung, wenn die KI mal wieder halluziniert oder auch Ängste vor Jobverlust oder Veränderung des Aufgabenprofils schürt, ist die größte Sorge wohl weniger die KI selbst, sondern der unreflektierte Umgang mit ihr.
Unabhängig davon fühlt sich die Arbeit und auch der konkrete Austausch mit KI für mich regelmäßig überraschend angenehm an: Die KI ist stets höflich, geduldig und lösungsorientiert. Sie formuliert verständnisvoll und gibt einem das angenehme Gefühl gehört zu werden. Welcher Kollege erfüllt schon dieses Anforderungsprofil?
Darin liegt eine spannende Parallele zu einem sehr menschlichen Muster: dem People Pleasing. Zwischenmenschliches People Pleasing beschreibt die Tendenz, es anderen recht machen zu wollen – oft auf Kosten der eigenen Bedürfnisse. Hinter diesem Verhalten steckt selten reine Freundlichkeit, sondern vielmehr der Wunsch nach Zugehörigkeit, Anerkennung und dem Bedürfnis, Konflikte zu vermeiden. People Pleaser sagen daher nicht unbedingt, was sie denken, sondern das, was gut ankommt.
Auch KI ist darauf ausgerichtet, hilfreich zu sein. Sie widerspricht selten und passt sich unserem Ton an. Im Ergebnis bekommen wir also genau das, was wir hören möchten – oder zumindest das, was sich gut anfühlt.
Was im zwischenmenschlichen Bereich gilt, gilt m.E. auch im Umgang mit KI: was angenehm ist, ist nicht automatisch hilfreich. Wenn wir uns nur mit Zustimmung umgeben, hinterfragen wir uns und unser Verhalten weniger und bleiben damit in bekannten Denkmustern. Im Ergebnis vermeiden wir damit Wachstum. Das Gleiche gilt auch für die Nutzung von KI, wenn sie von uns nicht als Werkzeug eingesetzt wird, sondern uns in unserer Komfortzone belässt. Ich bin der Ansicht, dass KI uns weiterbringen kann, wenn wir sie nicht nur nutzen, um uns anzupassen, sondern um uns klarer zu erkennen!
WOMAN become yourself Impuls
KI ist entweder Deine Komfortzone oder Dein Führungstool. Der Unterschied liegt nicht in der KI, sondern in dem wie Du sie einsetzt. Sie kann hilfreich sein, wenn Du sie als Sparringspartner nutzt:
Wenn Du mit der KI Deiner Wahl z.B. einen Text für Social Media schreibst oder ein Thema diskutierst, formuliere Deine Position vorher selbst, klar, nicht perfekt, damit Du weißt, wohin Deine grobe Linie bei dem Beitrag gehen soll.
Lass Dich bewusst herausfordern. Binde KI nicht ein, um den Text perfekt und glatt zu schreiben. Frag stattdessen, was an Deiner Position nicht stimmt. Frag nach Gegenargumenten zu Deiner Ansicht.
Such Deine blinden Flecken: Was vermeide ich grad zu sagen? Wo bin ich zu schwammig oder unklar?