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Vom Loslassen und Festhalten

Warum fällt es uns so schwer, loszulassen, selbst dann, wenn wir genau spüren, dass uns eine Situation oder ein Mensch nicht mehr guttun?

Festhalten ist tief in uns verankert, es gibt uns Sicherheit – im Job oder in der Beziehung. Vertrautes fühlt sich für uns sicher an – auch wenn es uns längst nicht mehr erfüllt oder schlimmstenfalls sogar krank macht. Loslassen ist dagegen der Weg ins Unbekannte und löst bei uns zunächst Unsicherheit aus. Lieber halten wir an dem fest, was wir kennen und kontrollieren können. Dazu kommt unsere emotionale Bindung an das, war war – gemeinsame Erinnerungen und Erfahrungen – die uns bleiben lassen. Dabei verwechseln wir nicht selten Dauer und Wert. Und dann ist da immer noch die leise Stimme der Hoffnung, die flüstert: „Vielleicht wird es wieder wie früher!?“ Insbesondere dieser Hoffnungsschimmer ist es, der uns festhalten lässt, wenn es eigentliche Zeit wäre, die Koffer zu packen.

Loslassen fühlt sich für uns oft wie ein Verlust an, selbst wenn es ein Gewinn wäre. Ein Abschied nicht nur im Außen, sondern auch von einem Teil unserer Geschichte und unseren Erwartungen. Manchmal sogar verbunden mit der Angst, unsere Identität zu verlieren, die wir uns in einer langjährigen Partnerschaft oder durch beruflichen Erfolg aufgebaut haben.

Loslassen ist kein Scheitern, sondern erfordert jede Menge Mut. Mut anzuerkennen, was ist – und was nicht mehr sein kann und Mut, der Ungewissheit über das, was kommt, ins Auge zu schauen. Loslassen ist für mich dabei auch ein stiller Akt der Selbstachtung, verbunden mit dem Eingeständnis, dass unser Weg weitergeht, auch wenn wir etwas oder jemanden zurücklassen müssen.

Gleichzeitig gibt es aber auch Dinge, die es wert sind, gehalten zu werden und um die es sich lohnt zu kämpfen. Dazu zählen für mich echte Verbindungen zu Menschen, die mich erfüllen und das Vertrauen in mich selbst. Die Kunst liegt darin zu unterscheiden, was nährt dich und fast hält dich nur fest?

Mein „WOMAN become yourself Impuls“ für Dich:

Vielleicht ist heute genau der richtige Tag beides zu tun: Frag Dich mal in dieser Woche:

– Was oder wer tut mir nicht mehr gut und wo möchte ich loslassen?

– Was ist mir wirklich wichtig im Leben und woran möchte ich bewusst festhalten?