Warum ich aufgehört habe, es allen recht zu machen
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich für alle da. Meine Kinder, meine Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn…. Ich habe sogar eine weinende Lehrerin meines Ältesten getröstet und dabei unterstützt, den Unterricht anders zu strukturieren, um die Klasse besser zum Lernen zu motivieren!
Nach außen wirkte ich sicherlich immer stark, zuverlässig und belastbar. Innerlich war ich oft erschöpft, angespannt und fühlte mich irgendwie leer.
Vielleicht kommt Dir das bekannt vor? Gerade wir Frauen lernen früh, angepasst zu sein, um Anerkennung zu bekommen. Gern sorgen wir im Job für Harmonie und besorgen auch regelmäßig die Blumen für jeden Geburtstag. Was habe ich mich schlecht gefühlt, wenn ich es neben meinem Job nicht geschafft hatte, einen Kuchen für das Klassenfest selbst zu backen und stattdessen einen gekauft habe! Selbst die Aussage meiner Tochter: „Cool, die Benjamin Blümchen Torte finden alle sowieso viel besser als selbstgebackenen Apfelkuchen!“, konnte mein schlechtes Gewissen nicht beruhigen.
Dieses Muster führen oft dazu, dass wir unsere eigenen Grenzen überschreiten. Wie häufig sagen wir sagen Ja, obwohl wir Nein meinen? Übernehmen Verantwortung, die gar nicht bei uns liegt? Und stellen dabei uns und unsere Bedürfnisse an letzte Stelle?
Der Wendepunkt in meinem Leben kam nicht mit einem großen Knall, sondern mit vielen kleinen „Aha-Momenten“. Ich durfte mir anschauen, welche Werte für mich von Bedeutung sind und ob ich diese auch lebe und an welcher Stelle mein Leben im krassen Widerstand zu diesen Werten steht. Diese Erkenntnis macht es mir leichter, auch mal bewusst „Nein“ zu sagen, auch wenn das nicht immer auf Gegenliebe stößt.
Achtsamkeit hat mir geholfen, mich selbst wahrzunehmen und nicht mehr im Autopilot durch den Tag zu hetzen. Ich habe kleine Routinen in meinen Tag eingebaut, die mir helfen, mich selbst zu spüren und ich frage mich bewusst: „Wie geht es mir gerade und was brauche ich wirklich?“
Das wirkt auf den ersten Blick vielleicht egoistisch. Tatsächlich ist es aber das Gegenteil. Achtsamkeit bedeutet, Gedanken, Gefühle und den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen – ohne zu bewerten. Das ist kein „Ich bin mir selbst am wichtigsten“, sondern eher ein „Ich verstehe mich besser.“ Wer sich kennt, reagiert weniger impulsiv und verletzt andere seltener.
WOMAN become yourself Impuls:
„Was würde sich in meinem Leben verändern, wenn ich anfangen würde, mich selbst genauso wichtig zu nehmen wie alle anderen?“