Silhouette of a person photographing scenic mountain ranges during dusk.

Glaub nicht alles, was du denkst

Kennst du diese Stimme in deinem Kopf, die sich meldet, wenn du etwas Neues ausprobieren möchtest? „Lass es lieber.“ „Das wird peinlich“. „Das klappt doch eh nicht“. Ich nenne sie gern meine innere Drama-Queen. Sie ist perfekt darin Katastrophen zu planen – ohne Rücksicht auf die Realität.

Erstaunlich ist dabei, dass ich ihr immer wieder auf den Leim gehe und diese Gedanken für mich regelmäßig zu Fakten werden. Ohne Beweise. Ohne Rückfragen. Einfach weil sie laut genug sind. Dabei sind sie meistens nichts als alte Gewohnheiten und Glaubenssätze mit guter PR.

Unser Gehirn will uns schützen und übertreibt dabei manchmal ein bisschen. Es sieht Gefahren, wo eigentlich Möglichkeiten sind und malt gleich Worst-Case-Szenarien: „Wenn du zu diesem Thema einen Vortrag hältst, kann das nur schief gehen. Du hast doch gar keine Ahnung davon. Andere können das viel besser“. Und sofort kommst du ins Grübeln, ob es so eine gute Idee war, diesen Vortrag anzunehmen. Aus dem leisen Zweifel entsteht nach und nach die Gewissheit in deinem Kopf, dass du das auf keinen Fall schaffen wirst…

„Glaub nicht alles, was du denkst“ bedeutet nicht, deine Gedanken auszuschalten (das würde vermutlich auch nicht funktionieren). Es bedeutet vielmehr, ihnen nicht blind zu vertrauen. Betrachte deine innere Drama-Queen wie eine gute Freundin, die manchmal übertreibt: zuhören, schmunzeln – und dann selbst entscheiden. Mir hilft dabei schon, einen Gedanken leise zu hinterfragen: „Stimmt das wirklich?“ „Hilft mir der Gedanke gerade weiter?“ Wenn die Antwort nein ist, darfst du den Gedanken ziehen lassen. Ohne Drama. Ohne Diskussion. Denn am Ende bist nicht du deine Gedanken, sondern du bist die Person, die die Gedanken denkt. Du kannst also entscheiden, an welchen Gedanken du glaubst. Schlag der Drama- Queen ein Schnippchen: bereite dich wie immer gut auf den Vortrag vor und gibt dein Bestes. Was soll schon schiefgehen?

WOMAN become yourself Impuls

Beobachte in dieser Woche deine innere Drama-Queen mal ganz genau: halte kurz inne, wenn sie dir ein Drama ausmalt. Nimm den Gedanken nur wahr.

Frag dich: ist das ein Fakt oder nur eine Annahme?

Schreib den Gedanken auf – auf Papier wird vieles weniger bedrohlich und manchmal auch etwas absurd.

Formuliere ihn um. Aus „Ich schaffe das nie“ wird zum Beispiel: „Ich bin grad unsicher, ob ich das allein schaffe, werde es aber versuchen und bin bereit mir gegebenfalls auch Unterstützung zu holen.“