Vom Loslassen und Festhalten
Warum fällt es uns so schwer, loszulassen, selbst dann, wenn wir genau spüren, dass uns eine Situation oder ein Mensch nicht mehr guttun?
Warum fällt es uns so schwer, loszulassen, selbst dann, wenn wir genau spüren, dass uns eine Situation oder ein Mensch nicht mehr guttun?
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich für alle da. Für meine Kinder, meine Freunde, Bekannte, Kollegen, Nachbarn….Ich habe sogar eine weinende Lehrerin meines Ältesten getröstet und dabei unterstützt, den Unterricht anders zu strukturieren, um die Klasse besser zum Lernen zu motivieren!
Kennst Du das Gefühl auch, dass Du etwas „müssen“ musst? Wie fühlst Du Dich dabei? Gestresst, erschöpft oder angespannt? Vielleicht ist es die Steuererklärung oder der Frühjahrsputz was auf Deiner To-do Liste steht? Auf den ersten Blick geht es um die Erfüllung von Aufgaben und Pflichten. Aber Was steckt denn eigentlich wirklich hinter diesem „Müssen“?
Oft tun wir Dinge nicht nur, weil sie notwendig sind, sondern weil wir Angst haben, Erwartungen nicht zu erfüllen – sei es unsere eigenen oder die von anderen. Daraus entsteht ein äußerer Druck, eine Verpflichtung etwas „zu müssen“. Nicht selten setzt uns dieses Gefühl unter Stress oder es baut sich eine innere Abwehrhaltung in uns auf.
Klar, musst Du z.B. Deine Steuererklärung machen. Aber lass uns mal das „Muss-Gefühl“ übersetzen und schauen, was dahinterstecken kann. Du machst die Steuererklärung
weil Du negative Konsequenzen vom Finanzamt wie Säumniszuschläge vermeiden möchtest?
weil Du sehen willst, wie es um Deine Finanzen steht und Du hoffst noch eine Steuerrückzahlung für das vergangene Jahr zu bekommen?
weil Du Dir mit dem Geld, das Du für den Steuerberater ausgeben müsstest, lieber den schicken Sommermantel kaufen möchtest, den Du neulich gesehen hast?
Wie Du an diesem Beispiel siehst, kommt „Müssen“ oft gut getarnt daher. Hinter jedem „Müssen“ verbirgt sich regelmäßig eine Entscheidung, deren Konsequenz wir nicht tragen wollen. Du möchtest etwas haben, bist aber nicht bereit, den Preis dafür zu zahlen?
Wenn Du aber Deine wahre Motivation erkennst, kannst Du Dein „Müssen“ hinterfragen und in ein echtes „Wollen“ verwandeln. Insbesondere bei Themen, vor denen ich mich lieber drücke – wie z.B. die Steuererklärung oder den Frühjahrsputz – hilft mir diese Mindset Änderung jedes Mal sehr. Studien zeigen übrigens, dass Worte wie „Wollen“ und „Möchten“ den präfrontalen Kortex und damit das Zentrum für positive Entscheidungen in Deinem Gehirn aktivieren. Mit dem Erkennen Deiner wahren Motivation hast Du also die Möglichkeit, Deinen stressbelasteten „Müssen-Modus“ zu verlassen und mit jedem „Wollen“ und „Möchten“ Deine eigene Freiheit zu stärken.
WOMEN become yourself Impuls:
Tages -Motivation:
Beobachte am Morgen beim Aufwachen oder Zähneputzen Deine Gedanken und such Dir drei für Dich – vielleicht unangenehme – „Ich muss“- Situationen oder -Aktivitäten“ heraus.
Frage Dich, was ist Dir daran wichtig oder warum machst Du das, was ist das übergeordnete Ziel?
Wenn Dir das klar geworden ist, verwandle sie in kraftvolle „ich Will“-Sätze und spreche sie laut aus.
Spüre den Unterschied und die Energie
Kennst Du das auch, gerade die friedliche Vorweihnachtszeit droht alle Jahre wieder im Arbeits- und Sozialstress unterzugehen?
Unabhängig von diesem speziellen vorweihnachtlichen Ausnahmezustand ist der Umgang mit Stress vielleicht mal ein Thema, das Du auf Deine persönliche „Agenda 2024“ setzen könntest.
Kannst Du Dich auch noch an diese Aussagen Deiner Eltern oder Lehrer:innen erinnern: „Hört auf zu streiten, vertragt Euch wieder!“. Solche Sätze prägen uns und werden quasi zu Glaubenssätzen, die uns ein Leben lang begleiten. Aber ist Streiten denn wirklich so schlimm?
Die Tage werden kürzer und der Herbst wirft seine Schatten voraus. Ich freu mich dieses Jahr schon sehr auf diese Jahreszeit und möchte mir und meiner Familie kleine Inseln des Wohlbefindens schaffen. Das klingt schon merkwürdig auf Deutsch. Der dänische Begriff ist dagegen viel vertrauter: Hygge!
Vielleicht kennst Du das auch: Ich habe Freundinnen, die leben in einer anderen Stadt und wir treffen uns vielleicht ein- oder zweimal im Jahr. Zwischendurch telefonieren wir oder treffen uns virtuell. Der Austausch ist intensiv und ich habe dabei gar nicht das Gefühl, dass wir uns so lange nicht gesehen haben.
Im Frühling habe ich in einer Gärtnerei zwei kleine Tomatenpflanzen gekauft und sie vor unserer Haustür in einen Blumentopf gepflanzt.
Einige von Euch werden das Buch „Momo“ von Michael Ende bestimmt kennen. Ich fand die grauen Männer, die den Menschen die Zeit rauben und dabei kleine, qualmende Zigarren rauchen, immer irgendwie unheimlich und habe dabei Momo für Ihren Mut, den Kampf gegen die Zeitdiebe aufzunehmen, immer sehr bewundert.